Fahren bis der Arzt kommt
Ich streife durch die Boxengasse. Die japanischen Boxenluder sind heute denn auch mal wieder ganz knapp angezogen. Kein Wunder bei dem Wetter. Hier am Tsukuba Circuit ist es heute mal wieder extrem heiss. Mir ist noch nicht mitgeteilt worden, mit welchem Wagen ich hier das Rennen bezwingen solle. Meine Crew meinte, es werde diesmal nicht so einfach, da der Wagen nicht mehr so stark überholt werden konnte.
Die Wagen, welche ich bereits in den Boxen meiner Mitstreiter sehe, scheinen trotz D-Klassen-Limite recht nett zu laufen. Überall sind noch Mechaniker an der Feinabstimmung. Gewisse Crews konnten es sich sogar leisten, spezielle Rennpneus zu montieren. Wäre natürlich toll, wenn das in meinem Team auch klappt – war es ja bisher eigentlich Standard. Aber man merkt schon deutlich, dass die D-Klassen-Limite anwesend ist. Es sind einfach keine wirkliche „Überflieger“ am Start. Jegliche Leistungs-Indexe sind unter 400. Hoffentlich liegt mein Wagen nur wenige Punkte unter dieser Limite.
Endlich ruft man mich. Ich darf zu meinem Auto. Welche extravagante Lackierung haben sich meine Leute wohl diesmal ausgesucht. Welche Motorveränderungen wurden wohl vorgenommen? Und wie sieht‘s wohl mit der Fahrwerksabstimmung aus? Der Wagen ist noch unter einer Abdeckung. Mein Chef kommt auf mich zu und meint: „So, heute kannste mal zeigen, was du wirklich kannst!“. In dem Moment deckt die Crew meinen Wagen ab.
Mir fehlen die Worte. Einen Hyundai Coupé? Ohne sichtbaren Veränderungen? Keine Speziallackierung? Keine anderen Felgen? Keine Tieferlegung? Das kann nicht sein. Ich schau in die Runde. Das muss ein Witz sein. Ganz klar! Ich fange laut an zu lachen. „Ja, ihr habt mich ja schön reingelegt“. Aber ich bin der einzige der lacht… Mein Chef kommt auf mich zu: „Schau, heute fährst du ja 45 Runden auf der Strecke, da kannste ja mal richtig zeigen, was in dir steckt. Und, ach ja. So schlimm wie es aussieht ist es nicht – obwohl. Also zuerst das positive: Der Motor wurde mit einem Turbolader verändert. Das ist aber auch das einzige. Gegenüber dem Fahrerfeld aber startest du trotzdem auf der 8. Pole, da die anderen Fahrer stärkere Wagen haben“.
Nun, dann muss es wohl sein. 45 Runden in einem Beinahe-Serien-Hyundai. Dass ich das noch erleben muss… Wenig später startet denn auch schon das Rennen. Ich fahre dieses „Auto“ an meine Pole… unschwer zu finden – ist einfach die Letzte. Einen Leistungsindex von 354 soll die Karre haben. Ja, mal sehen, die anderen Fahrer sahen recht jung und unerfahren aus. Vielleicht habe ich wirklich eine Chance.
Die roten Ampeln gehen an. Mein Motor startet, wenngleich … „Motor“, nun, da bin ich mich ja anderes gewohnt. Mal sehen, was der Turbo bringen soll. Die Lichter an der Ampel werden weniger. Und grün! Ich trete das Pedal durch und siehe da: Der Turbo bringt mir unten raus ja wirklich gute Vorteile. Ich fahre gleich an 3 Protagonisten vorbei. Wenig später sind dann auch die restlichen 4 hinter mir.
Das Auto verhält sich recht neutral. Meine Aufmerksamkeit kann ich somit etwas von der Strasse nehmen und mehr auf Reifenverschleiss und Tank richten. Ist schon immer wieder interessant, wie sich die Haftung nach ca 2 Runden verändert, wenn dann der Pneu langsam Temperatur kriegt. Bloss verändert sich das Ding immer weiter. Das Auto scheint sich immer mehr zu verändern. Runde für Runde.
Nach 20 Runden werf ich mal einen Blick auf die Telemetrie-Daten – während der Fahrt. Die vorderen Pneus sind schon zu 40% durch. Na super. Und da passiert es: eine Beinahe-Kollision. Schnell Telemetrie weg und wieder Augen auf die Strasse. Was ist los? Ach, ich überrunde, schon? Auf dieser Strecke ist das nun nicht ganz so einfach, wie anderswo. Stetige Wechsel der Ideallinie machen ein Überholen sichtlich schwer. Aber wieder muss ich meinem Turbo danken. Dank dem komme ich ohne einem Kontakt souverän vorbei.
Ich fahre weiter. Nach weiteren 5 Runden hab ich das komplette Feld hinter mir lassen können. Ich analysiere mein Fahrzeug etwas – was soll ich den sonst tun? Ca 2km ist eine Runde, meine Rundenzeit liegt so bei etwa 1:07s, und wenn ich schon 25 Runden gefahren bin – nun sagen wir mal, es macht sich eine gewisse Routine breit.
Runde 30: Mein Sprit scheint langsam auszugehen. Und die Pneus sind nun auch schon zu über 60% „auf der Strecke geblieben“. Ich geh doch mal an die Box. Innerhalb weniger Sekunden wird mir mein Tank wieder gefüllt und ich krieg 4 neue Pneus 155/60 R14 montiert. So wie sich das Auto nach dem Stopp fährt, könnte ich fast annehmen, man hätte mir Winterpneus montiert. Ich check nach den ersten paar Kurven meine Telemetrie… ach ja, klar, die Dinger sind nun natürlich wieder kalt. Und durch das Mehrgewicht an Benzin verhält sich der Wagen nun plötzlich wirklich komplett anders. Aber ich gewöhne mich schnell daran.
Nun macht sich aber eine weitere Komponente bemerkbar: ich! Ich werde langsam müde, mache Fehler, fahre nicht mehr die Rundenzeiten wie zuvor. Das Feld holt denn auch schon wieder langsam auf. Ok, mein Abstand ist nun schon fast 2 Runden zum nächsten. Dennoch. Würde mich schon etwas „stören“, wenn ich nach gut 40min. Fahrzeit plötzlich noch verlieren sollte. Ich strenge mich nochmals an. Runde 40. Ich sehne mich dem Rennende entgegen. Das Publikum scheint auch immer mehr zu jubeln, jedesmal wenn ich dran vorbei fahre – vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein.
Nach 5 weiteren – extrem harten Runden überfahre ich dann aber doch noch über das Ziel – als Erster! Jupee. 50min für ein Rennen sind doch nicht ganz ohne. Es hat zwar doch noch Spass gemacht, zieht aber extrem an den Ressourcen. Endlich raus aus den Pseude-Sportsitzen. Raus aus dieser Plastikwüste Hyundai. Als Preisgeld erhalte ich über 130‘000 Credits, der Wagen wird auch gleich von 0 auf Stufe 5 gehoben und meine Karriere wird auch gleich auf Stufe 29 gehoben. Noch 100‘000 Credits und ich erreiche Stufe 30.
…
Ja, so ein Langzeitrennen in Forza2 ist noch ne anstrengende Sache. Mit dem D-Klasse Rennen hat man einen guten Einstieg. Man merkt mal, wie das so ist, wenn man fast eine Stunde lang voll konzentriert Runde für Runde fahren muss. Meine Augen brannten zwar danach etwas und auch mein Rücken machte sich etwas bemerkbar, da ich nicht wirklich gerade gesessen bin, aber toll war es halt trotzdem.
Heute komme ich leider nicht dazu, weiter zu spielen. Aber morgen, da werde ich sicher wieder ein solches Rennen fahren. Ich muss nun in Forza2 etwas aufholen. Hab gesehen, dass Sanderos bereits Stufe 40 erreicht hat – aber Punktemässig in Forza2 immer noch hinter mir liegt. Meine Arcade-Fahrten haben mir da die nötigen Reserven gebildet.









Das ist doch mal ein schöner Text :) fehlen nur noch paar Bilder von deiner Taschenrakete
Ich hatte gestern grosse Probleme mit meiner 360i, stürzte die ganze Zeit ab und ich hatte schon angst dass ich sie einschicken müsste. Bei diversen Games ging es so 2 min. und dann ein leiser knacks
und bild weg, die konsole lief aber noch. Hab dann mal ne runde Texas Hold’em Poker gespielt umd die Konsole zu beruhigen und siehe da, danach lief sie wieder 4 stunden am stück ohne probleme.
Hab dann auch mein erstes Langstreckenrennen gemacht, 25 Runden Mugello in meinem Ferrari Enzo gegen Carrera GT, Mclaren F1, Königsegg, Lambos und andere Boliden der S Klasse.
Musste dann auch so nach 15 Runden an die Box da meine Reifen ziemlich rot wurden und ich ein Leck im Tank hatte (kann ja nicht sein das der Enzo mehr als 5l/100km verbraucht)
Muss schon sagen dass ich Mugello eine der geilsten Strecken in Forza2 finde. Habe dann das Rennen auch problemlos gewonnen und Stufe 40 erreicht.
Wäre toll wieder mal paar MP Races zu machen.
Greetz
sanderos