Ich habe über GamePro eine interessante Übersicht gefunden, welche Konsolen im Jahr 2008 am meisten verwendet wurden (ungleich am meisten verkauft wurden). Die US-Marktforschungsfirma Nielsen hat dazu einen Bericht abgeliefert, der Interessantes ans Tageslicht bringt.
Rang
Konsole
Verwendung in %
1
PlayStation 2
31.7
2
Xbox 360
17.2
3
Wii
13.4
4
Xbox
9.7
5
PlayStation 3
7.3
6
GameCube
4.6
7
Andere
16.2
Interessant ist doch zuerst mal, dass die PS2 immer noch so stark verwendet wird. Klar, die Konsole hat eine enorme Verbreitung und es werden ja immer noch Titel für diese Konsole veröffentlicht. Wenn man das Ranking noch etwas weiter anschaut, merkt man, dass Xbox und Wii ihre Vorgänger-Geräte überholt haben… mehr noch: Die Xbox (1) wird mehr verwendet, als die PlayStation 3!
Ich gehörte bekanntlich ja zu den Usern, welche alle 3 Hauptkonsolen neben dem TV stehen hat. Ich verwende Xbox360 mit Abstand am meisten, dann kommt die PS3 und dann die Wii. Die PS3 geniesst bei mir aber dadurch eine so “hohe” Verwendung, da sie auch mein Mediaplayer (DVD, BluRay, Stream von Mac) darstellt.
Da ich in letzter Zeit all meine Game-Feeds nicht mehr lese, sondern einfach als gelesen markiere, hab ich auch nicht mit bekommen, dass Sony den Zugang zu PlayStation home für alle PlayStation3 Besitzer geöffnet hat. Zwar wird die Version immer noch als Beta bezeichnet, aber man kann eigentlich schon alles nutzen. Nun hab ich mir das Stück Software mal installiert und mir einen ersten Eindruck verschafft.
Nun um was geht es: PlayStation home erlaubt dem “Spieler” sich in der virtuellen Welt die Zeit zu vertreiben, indem er in die Spielhalle Bowlen, Biliard oder mit Automaten spielen geht. Es gibt auch ein Kino, wo man diverse Film- und Gametrailer ansehen kann. Und es gibt ein Einkaufszentrum, wo man für sein eigenes virtuelles Appartement Einrichtungsgegenstände oder Kleidungsstücke einkaufen kann. Diese Möglichkeiten erforscht man in einer schönen 3D-Welt. Auf der Plaza gibt es auch grosse Monitore wo weitere Trailer laufen.
In dieser Welt sind auch andere PS3-Zocker unterwegs. Mit diesen kann man sich via Text oder Sprache unterhalten. Auch kann man von dort auch dann auch gleich in ein Spiel starten. Also man trifft beispielsweise in home jemanden und kann mit dem Gamer zusammen in Resistance 2 wechseln. Wenn man nicht gleich in ein Retail-Game wechseln will, kann man mit anderen auch in home im Spielsalon eine Runde Billard spielen gehen.
Ich konnte mich aber noch nicht so recht mit home anfreunden: Die Ladezeiten sind zu lang und den dafür erhaltene Nutzen zu gering. Jedesmal wenn ich den Raum wechsle (vom Appartement zur Plaza, von der Plaza ins Kino,…) muss wieder aufs neue geladen werden. Ganz mühsam wird es dann, wenn ich ins Kino gehe: Ich gehe in einen Kinosaal – der Raum muss geladen werden – sitze dann im Kino (ohne Bewegungsmöglichkeiten) und muss nun nochmals warten, bis der Trailer gebuffert ist. Ich verlasse einen Kinoraum und gehe zum nächsten und ich muss nochmals warten, bis der Raum geladen ist. Ich will mal hoffen, dass dies nur Beta-Allüren sind und in der Finalen Version so nicht mehr vor kommen.
Ich geh dann mal ins Einkaufszentrum. Ach sieh an, ein Levi’s Store. Da geh ich doch mal rein. Nette Klamotten für meinen Avatar. Ich will mir ein T-Shirt kaufen… oh, Kaufen basiert hier effektiv auf echtem Geld. Ein T-Shirt für meinen virtuellen Avatar soll im Levi’s-Store also CHF 3.95 kosten? Ich soll also 4 Stutz ausgeben, damit mein Avatar ein Levi-Shirt trägt? Aber sicher doch… gehe ich halt in einen Sony-Store… aber auch dort will man für ein Shirt auch 1.30.
Mein Fazit: In meinen Augen hat Sony übers Ziel hinaus geschossen. Ich kann in dieser 3D-Welt einfach meine Zeit tot schlagen und echtes Geld im Einkaufszentrum ausgeben gehen. Aber warum soll ich mich nun in home rum treiben? Ich habe eine Spielkonsole und will damit Spiele spielen. Ich finde es sehr wohl lustiger, ein Multiplayer Spiel zu spielen, als mich mit Bots zum zu schlagen. Aber warum muss ich nun home verwenden? Damit ich gleich gesinnte finde? Damit ich mich dort mit Freunden treffen kann? Warum kann das nicht direkter gehen?
Konkret: Ich finde das Konzept hinter Microsofts Live-Party viel effektiver? Ich sehe, welche Freunde (klar, die muss ich zuerst schon mal getroffen und hinzugefügt haben) online sind und kann gleich ein Party starten. Wir können in der Gruppe miteinander sprechen und so von Spiel zu Spiel ziehen. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt geworden. Mir war ja schon Second Life nicht ganz nachvollziehbar. Und home scheint ja das Second Life von Sony zu werden.
Nachdem ich die Horde bis zur Stufe 50 mit Kuschti und noch zwei Kumpels bereits vor ein paar Tagen erlegt habe, haben ScratG und ich gestern nun im Coop-Modus die Story des Xbox360-Spiels Gears of War 2 durch gespielt. Der ideale Zeitpunkt also, um ein Review über das Game zu fällen. Um es gleich vornweg zu nehmen: Gears of War 2 ist wohl der Action-Hammer des Jahres 2008.
Der erste Teil hob die Latte für Action Spiele auf ein ganz hohes Mass. Daher war ich etwas skeptisch, ob man das noch überbieten konnte. Grafik, Sound und Story waren in Teil eins scheinbar unüberbietbar. Bei den ersten beiden Kriterien habe ich mich wohl geirrt – die Story aber lässt mir Raum zur Kritik… dazu aber später.
Worum gehts: Die Locust sind eine Spezies, welche nicht als Aliens aus dem All erscheinen, sondern aus dem Erdinnern die Oberfläche erobern wollen. Das führt natürlich zu Konflikten mit den Menschen. Zeitlich spielt sich das Ganze irgendwo parallel zu uns ab. Gebäude sind sehr massiv aus Stein gebaut – einem gotischen Stil nachempfunden, oder sonst so einem Baustil, Korrekturen erlaubt ;-). Technisch hingegen ist man weiter als unsere aktuelle Gegenwart.
Im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, dass die Grafik nochmals einen ganzen Happen nachgelegt hat. Es erstaunt, was alles aus einer 3-jährigen Konsole rausgeholt werden kann. Auch akkustisch hat man als Zocker einen heiden Spass, wenn bombastische Viecher durch die Gegend stampfen. Eine Euphorie, welche von meinen Nachbarn aber wohl nicht geteilt wird. Schraubt man aber den Subwoofer zurück oder verzichtet gar komplett auf ein Home-Cinema geht viel von der Athmosphäse verloren. Also immer schön aufdrehen.
Spieltechnisch kannte man bereits aus dem Vorgänger den genialen Koop-Modus. Komme ich irgendwo nicht weiter, weil sich mein KI-Kollege nicht so verhält wie ich es gerne hätte, kann ich einfach ein Kollege einladen, der mich fortan bei der Story begleitet. Das muss dann nicht unbedingt einfacher gehen (erinnere mich an den Bombentransport), aber ich kann mich via Headset mit dem Kollegen abstimmen.
Der Multiplayer-Modus war für mich im ersten Teil eher enttäuschend. Er war mir zuwenig abwechslungsreich, nicht wirklich flüssig genug und daher zu wenig motivierend. Das scheint wohl auch der Hersteller Epic erkannt zu haben und hat in Teil 2 den Multiplayer-Part stark ausgebaut. Horde im Speziellen hat mich schon ein paar Stunden gefesselt, da man im Koop gegen ansteigende Gegnerwellen antritt.
Dann aber zu meinem Kritikpunkt: Story (Achtung: Spoiler). In allen Reviews liest man, dass auch die Story genial und besser geworden sei. Ich hab das Spiel wie gesagt nun ja mal durch gespielt. Aber ich hab immer noch diverse Fragen, welche mir nicht beantwortet wurden. Ich treffe Menschen im Verlauf des Spiels an, welche von den Locust in Kammern festgehalten werden. Jene, welche befreit werden, sind aber ganz grau, in meinen Augen auch schon leicht “mutiert”. Ich treffe die Königin, deren Kopf sehr menschlich aussieht. Diese flieht aber und lässt ihren Lakaien auf uns los. Nach der Flut, als der Abspann läuft, frage ich mich dann aber, wo jetzt die Königin geblieben ist. Hier hätte ich mir noch einen Bosskampf erhofft. Auch irgendeine Auflösung der mutierenden Menschen zu Locust hätten die Story doch viel besser abgerundet.
Klar könnte man nun einfach sagen, dass dies Spielraum für einen dritten Teil offen lässt. Vergleicht man aber die Stories der beiden Teile nun mal, muss ich unter dem Strich feststellen, dass der Teil 1 seine Aufgabe als Geschichten-”Erzähler” besser gemacht hat.
Unter dem Strich bleibt aber ein Konsoltentitel, der jedem erwachsenen Spieler (das Spiel geht aber nicht mit gerade sparsam mit der roten Suppe um) nur zu empfehlen ist. Das Spiel hat bis zum Ende eine dichte Athmosphäse mit vielen Abwechslungen und Ideen, welche man so noch nie in anderen Spielen gesehen hat. Die Story-Kritik/-Enttäuschung kommt erst beim Abspann auf.