Canon Scanner P-150m – erste Eindrücke

Wer meinen Twitter-Stream verfolgt, hat vielleicht mitbekommen, dass ich einen Scanner gesucht habe. Grund hierfür war der Plan, einen Grossteil meiner privaten Dokumente (Belege, Rechnungen,…) digital abzulegen. Es soll also ein erster grosser Schritt in Richtung papierlosem Büro erfolgen… so gut es geht: Verträge behalte ich auf Papier!

Nach langer Recherche habe ich mich gegen ein (deutlich billeriges) Multifunktionsgerät entschieden, und mir einen reinen Dokumentenscanner angeschafft – einen Canon P-150m.

Nachfolgend ein kleines Video vom Auspacken, bis zum ersten Scan

Was lässt sich bis jetzt sagen: Scanner haben sich arg weiter entwickelt. Ich hatte mal einen Mustek Flachbett-Scanner mit SCSI-Karte für ein ISA-Slot! yeah… Den Canon hier nun aber steckt man einfach via USB ein (kein Netzteil, nur opt. 2. USB-Kabel für mehr Power), und beginnt mit Scannen – zumindest auf dem Mac muss nichts installiert werden. Ob bei Windows noch ne TWAIN-Treiber-Installation notwendig ist, weiss ich nicht.

Es gibt nette Optionen: So kann ich in meine Programme direkt scannen. Ich kann den einen Knopf am Scanner selbst konfigurieren, so dass ein Scan in iDocument (Post folgt) direkt erfolgt. Heisst für mich: Ich komme mit nem Dokument ins Büro, öffne den Scanner, Mac erwacht aus Ruhemodus, da USB-Aktivität, ich lege Dokument ein, drücke die Taste und fertig. Damit ist das Dokument als PDF in iDocument abgelegt. Alternativ kann man auch direkt in Evernote scannen – was ebenfalls problemlos funktioniert.

Ja, bis jetzt bin ich glücklich. Der Scanner hat nun aber noch hunderte von Dokumenten vor sich. Mal sehen, wie er sich hält.

Review des DigitalEvent

Ich habe erst vor wenigen Wochen von dem DigitalEvent erfahren, musste mich aber unbedingt anmelden. Ein Event, der nebst vielen interessanten Aussteller (Nikon, Canon, Sony, Apple, Leica, …) auch ein ganz interessantes Program mit Workshops und Bildvorträgen bot, war Grund genug. Dass dann der Event noch kostenlos war, setzte dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf.

Geplant hatte ich diverse Workshops: Videos mit DSLR’s, was haben diese ominösen Nik-Tools so auf dem Kasten, was hat Nikon (und vielleicht auch Canon) so neues im Programm, Blitzfotografie und dergleichen… und wenn noch etwas Zeit ist, wollte ich noch bei den Bildvorträgen vorbei schauen. Es kam aber alles etwas anders: Nachdem ich beim Video-Workshop das gesehen hab, was ich wollte, blieb ich dann irgendwie mal bei Ingo Arnts Bildvortrag hängen. Es war interessant zu hören, wie er auf das Thema kam und es ausarbeitete, es war interessant seine Gedanken zu Bildern und deren Entstehung zu verfolgen.

Danach folgte David Bittner mit Bildern von den Kodiak-Bären. Der Bildvortrag hat mich einerseits sicher wegen den genialen Bildern und Videos völlig vom Sockel gerissen, andererseits aber auch mit der sehr sympathischen und amüsanten Präsentationsart von Herrn Dr. Bittner. Die kleinen Anekdoten haben zusammen mit den – und ich sags nochmals – sehr aussergewöhnlichen Fotos ein bleibendes Erlebnis geschaffen.

Nachdem wir etwas die Messe besuchten (Ich hatte bis dato noch nie ne Hasselblad in den Händen und hab auch noch nie mit einer Leica S2 ein Bild geschossen) startete schon bald der dritte sehr interessante Bildvortrag von Lorenz Andreas Fischer. Das Erwachen der Savanne schien ein enorm grosses Thema zu sein (ja, Hr. Fischer überzog etwas… ;-)), das aber ebenfalls sehr interessant war. Hier war vor allem die Machart der Präsentation aussergewöhnlich. Bilder mit dem live Sound-Background und passender Musik. Dazu auch noch ein paar kleine Anektoden und technische Hinweise.

Abschliessend musste ich dann aber doch noch schnell bei den Nik-Tools rein schauen. Der Workshop zeigte mir effektiv Lösungen für Probleme auf, welche selbst mir schon begegnet sind. Die Tools konnten mich am Workshop insoweit begeistern, als dass ich heute (Folgetag) mal eine Salve von Trial-Downloads startete und selbst erste Erfahrungen damit sammelte.

Ich muss echt sagen: Ich muss nächstes Jahr (26.11.2011) unbedingt wieder nach Baden fahren! Das war schon klar, bevor der Event zu Ende war. Ich würde sogar noch weiter gehen: Ich würde sogar Eintritt zahlen. Ich weiss nicht, wie viele Leute an diesem Samstag in der Trafo-Halle waren… aber alleine bei den Bildvorträgen hätte ich auf über 500 Leute geschätzt… Und ach ja… meine Nikon D300s hätte ich noch für eine Gratis-Sensor-Reinigung abgeben können.

And the winner is…

Ich habe meine Tests mit der Canon 50D gegenüber der Nikon D300s abgeschlossen! Zeit ein Fazit zu ziehen. Die Grundlage für meine Entscheidung waren diverse Tests, welche ich in den letzten Tagen durchgeführt habe.

Ich war zu aller erst mit beiden Kameras in der Abendsonne unterwegs, Makrobilder zu schiessen. Die Bedienungen waren zwar nicht ganz ausgeglichen, da auf der Nikon ein bildstabilisiertes Nikon 105 f/2.8 Objektiv war, während die Canon “nur” das 100 f/2.8 USM Makro-Objektiv anwenden konnte. Der Bildstabi kann im Abendlicht noch manches Bild “retten”, bedingt durch die länger werdenden Verschlusszeiten.

Libelle mit Canon 50D und Canon EF 100 f/2.8 USM

Mit beiden Kameras konnte ich aber prima Bilder schiessen. Den einzigen Unterschied den ich im 1:1 Vergleich bemerken konnte, war der, dass die Canon bei schlechten Lichtverhältnissen minim mehr Zeit für die Fokussierung benötigte. Ein marginaler Unterschied, den man aber effektiv nur im 1:1 Vergleich bemerkt… denke ich. Randbemerkung: Ja, man wird kritisch und oder lächelnd angesehen, wenn man mit 2 DSLR’s in einer Wiese rum kniet… ;-)

Biene mit Nikon D300s und Nikkor AF-S 105 f/2.8 VR

Ich erhielt also nicht den Unterschied, der eine Entscheidung frühzeitig ausmachen hätte können. Beide Cameras vermochten zu gefallen.

Es folgte dann ein Vergleich, wo beide Body’s ein Tamron 17-50 f/2.8 VC montiert kriegten. So konnte ich Objektiv-neutral die Leistungen der Bodys und deren Bildverarbeitungen vergleichen. Der erste Test damit musste mir das Verhalten der chromatischen Abweichungen aufzeigen. Bei der Canon weiss ich, was ich kriege, da ich die Objektiv-spezifischen CA-Eigenschaften derweil schon oft beobachten konnte. Die Nikon – so sagte man mir – behebe das intern in der Bildbearbeitung. Nun, entweder muss man da irgendwo noch eine Option aktivieren, welche ich aber bisher nicht finden konnte, oder aber das Ergebnis ist effektiv das, dass der Unterschied eher gering ist.

CA bei Canon 50D links und Nikon D300s rechts (Klick für gross)

Abschliessend hab ich heute noch ein Test mit Low-Light gemacht. Ich bemerkte, dass die Nikon ein anderes Bild lieferte. Der Weissabgleich war nicht so warm wie der der Canon (mit AWB). Beim Rauschverhalten hätte ich ein dezent besseres Ergebnis der Nikon zugeschrieben… meine Möglichkeiten sind aber begrenzt in der Auswertung von so was, weshalb ich das nicht in meine Wertung einbeziehe. Bei ISO 3200 aber rauscht es bei beiden etwa gleich. Die Rauschunterdrückung war bei beiden auf Standard. Eine Option dafür findet man ja nicht nur bei Nikon, sondern auch bei Canon in den Custom-Functions.

aber was mach ich nun?

Ja, die Resultate machen es mir nicht leicht. Objektiv betrachtet muss mein Fazit heissen: bleibe bei Canon. Bei Canon hab ich 5 Objektive, einen Battery-Grip (mit 2. Akku) und einen Fernauslöser/Timer. Bei Nikon sind es erst 3 Objektive, kein Battery-Grip und auch kein Fernauslöser. Das bestehende Equipment müsste die Entscheidung also ausmachen, denn die erzielten Testresultate an und für sich lieferten zu geringe bis gar keine Unterschiede ans Licht!

Aber die Nikon konnte mich während den Test mit anderen “Details” begeistern: ein Autofokus mit 51-Punkten, formatieren der CF-Karte indem man 2 Tasten lange drückt, Zurücksetzten aller Settings (ISO, WB, Qualität,…) indem man 2 Tasten lange drückt, 2 Kartenplätze (CF+SD) inkl. der Konfigurationsmöglichkeiten von Extend/Backup/Split(RAW/JPEG) oder ein Quiet-Modus der den die Spiegelbewegungen dem Auslöser voll anpasst und ohne Peep-töne beim Fokussieren (was ich sonst aber will) die Käfer oä entspannter bleiben lässt. Das konnte ich selbst testen. Grashüpfer flohen messbar schneller, als bei Fotos, welche im Quiet-Modus gemacht wurden.

Auch die Schalter für AutoFokus-Messung, AutoFokus-”Drive” und der Belichtungsmessung finde ich nett. Nichts, wofür Canon nicht auch eine Lösung hat, welche vom Zeitaufwand her für eine Umstellung nicht wirklich mehr benötigt. Aber Nikons Ansatz gefällt mich echt gut.

Ich könnte da noch diverse Dinge aufführen, welche aber schlussendlich jedem Fotograf individuell passen müssen/können oder aber nicht. Ich bin zum Beispiel immer noch in der Gewöhnungsphase mit dem Blenden-Wählrad (vorne unter Auslöser). Hier finde ich die Canon-Lösung angenehmer – nach wie vor. Weiter ist Canons Rad hinten neben dem Display auch ein grosser Pluspunkt. Da fühle ich mich bei Nikon eher wie an den Consumer-DSLR’s, wo man mit Digikreuz durch die Bilder browsed, denn erst wenn man im Bild eine Stufe reinzoomt kann man via Wählrad durch die Bilder scrollen, da dann das Digikreuz für die Auswahl des Zoomausschnitts verwendet wird.

Meine Entscheidung

Nach viel BlaBla nun das, worum es eigentlich geht: Welche Kamera bleibt und welche wird inkl. inkompatiblen Equipment verkauft? Eine schwere Frage, echt. Ich habe eigentlich nicht so ein knappes Ergebnis erwartet. Nach all dem, was ich gehört und gelesen habe, hätte Nikon hier deutlich mehr Abstand schaffen müssen. Aber so relativiert es sich mal wieder (wie mir viele auch via Twitter bereits prognostiziert haben).

Es entscheidet viel mehr, welche Kamera einem besser liegt (ja, ebenfalls bereits im Vorfeld via Twitter mir vorhergesagt worden), das Handgefühl, wenn man so will. Auch das Angebot an Objektiven darf dabei nicht ausser Acht gelassen werden. Schliesslich sind die Objektive massgebend am Endresultat eines Fotos beteiligt. Der Body macht da vom Sensor und dem Bildverarbeitungschip mal abgesehen keinen grossen Unterschied. Das haben meine Tests mit dem identischen Objektiv auch bestätigt. CA, Rauschverhalten, Schärfe,… Die Unterschiede sind – wenn überhaupt – marginal.

Kurzum: Die Nikon D300s wird mich weiter begleiten. Eine ganz kleine Erleichterung für die Entscheidung war der Umstand, dass ich für den Canon-Body bereits einen Abnehmer habe. Und die angesprochenen Detail-/Bedienungs-Lösungen, welche mir persönlich sehr gut gefallen. Hätte ich eine Nikon D90 in dieses Rennen geschickt, wäre die Entscheidung anders wohl raus gekommen. Die Bedienung und ein paar kleine Details wie der Quiet-Modus der D300s hat es entschieden!