Projekt switchTVoff, Fazit

Draussen an der Sonne

Meine Woche ohne TV ist rüber. Ich bin nie schwach geworden – habe wirklich nie mal zwischendurch durch die Sender gezappt. Ich habe bemerkt, dass ich doch recht viel Zeit gewonnen habe. Ich habe an der Sonne ein Buch gelesen, habe am Mac divere Arbeiten erledigen können, habe mal wieder auf Xbox, Playstation und Wii gezockt und auch sonst meine Freizeit etwas intensiver genossen. Insofern war das ein sehr erfolgreiches Projekt.

Um es aber nochmals zu nennen: So wirklich einfach war das Unterfangen echt nicht. Es gab mehr als einen Moment, an dem ich nahe dran war, BluewinTV wieder zu starten.

Und jetzt? Zurück ins alte Muster? Nein! Diese Woche hat mir gezeigt, dass ich trotz teils strenger Arbeitstage zu Hause dann mehr machen kann, als einfach vor dem Fernseher hin zu vegetieren. ;-) Gestern – am letzten Tag meines Experiments – habe ich mich sogar auf der Homepage der Hochschlue Luzern “verirrt”. Irgendwie habe ich Lust bekommen, mich mal wieder weiter zu bilden. Auch meine iPhone-App-Projekte habe gewisse Schritte vorwärts gemacht.

Schlussendlich kann ich dieses Vorhaben nur jedem empfehlen. Es hat mir eindruckvoll gezeigt, wie “abhängig” man von dem doofen TV-Programm so ist. Kaum darf man die Kiste nicht mehr einschalten, gerät der Freizeit-Rhythmus aus dem Takt, und das war echt interessant.

Project switchTVoff, Kickoff

Fernsehlandschaft

In letzter Zeit frage ich mich des öfteren, was ich da eigentlich mache. Tagtäglich das gleiche Prozedere: Abends nach der Arbeit komm ich nach Hause, schalte den Fernseher ein, wo idealerweise auch gleich “die Simpsons” laufen. Dann einen Imbiss aus der Küche holen (natürlich in einer Werbepause), um dann gemütlich auf dem Sofa rum zu krümeln (best case).

Und wofür das Ganze? Wegen dem guten und sehr abwechslungsreichen Fernsehprogramm? Ja wohl eher nicht. Vielmehr einfach der Faulheit wegen. Und idealerweise schlägt es prima Zeit tot. Nun gut, ich will das Fernsehn nicht verteufeln. Es erfüllt den einen Zweck prima: Es lenkt vom Alltag ab. Troztdem bin ich der Meinung, dass ich mein Konsum einschränken kann, und meine Zeit besser einsetzten kann, als mir jeden Tag eine Simposons-Folge anzusehen, bei welcher ich schon nach wenigen Sekunden die komplette Story rezitieren kann.

switch TV off

Daher starte ich ein Selbstversuch: 1 Woche kein Fernsehen! (muss mich langsam von der Droge entwöhnen). Nun Warum? Obwohl ich oft völlig erschöpft von der Arbeit heim komme, bin ich der Ansicht, dass sich meine Freizeit besser gestalten lässt. Warum nur eine Woche? Bei meinem Konsumverhalten denke ich, ist das schon mal ein guter Anfang. Zudem möchte ich ja nicht als Endziel vollkommen ohne Fernsehen leben. Gewisse/selektive Sendungen machen mir schon Spass. Diese werden während diesem ersten Feldversuch vom Festplattenrecorder aufgezeichnet.

Denn wenn die 40 Zoll Flüssigkristalle schon mal zum Leuchten gebracht werden, darf das auch für einen von mir ausgewählten Film sein – oder auch mal wieder ein Konsolenspiel. Und warum nicht mal wieder ein Buch lesen. Auch ein paar Privatprojekte haben sich angestaut, wurden aber aus lauter Faulheit stehts liegen gelassen.

(Wir sprechen im Übrigen hier von den paar Abenden, welche ich nicht zusammen mit Kollegen im Kino oder vor einem Hopfengetränk verbringe… könnte aus dem Text heraus falsch interpretiert werden…)

Offizieller Start der fernsehlosen Woche: 01. Mai 2009. Ich bin eigentlich echt gespannt, wie sich dieses Feldexperiment entwickelt. Updates erfahren Interessierte hier oder sonst via Twitter.

UPDATE 04.05.09: Wochenende überstanden
Am Freitag hat diese Aktion ja gestartet. Am Abend dann die erste Hürde: Abendessen neu “definieren”. Ich ass einfach fast permanent vor der Glotze. Wenn das Teil aber aus ist, ist es voll doof. Aber für etwas hat man ja mal einen Esstisch gekauft.

Am Samstag dann anstelle von Aufstehen, Wetter kontrollieren und TV einschalten, frühstückte ich am Mac, hab RSS-Feeds gelesen. Dann ging ich zu den Eltern einen Monitor installieren. Am Nachmittag hab ich dann die Wohnung geputzt und bin einkaufen gegangen. Am Abend Kino: Fast&Furious.

Sonntag war aufgrund des Wetters kein Problem: Gemütlich ein Buch auf dem Balkon gelesen, während via APE Musik aus dem HomeCinema trällerte. Einzig am Abend hätte ich gerne meine Serien NCIS und The Mentalist geschaut. Aber ich konnte mich dann am Mac auch beschäftigen.

Bluewin TV über AirPort Express

Bluewin TV

Ich habe mir als Ablösung für Calbecom DigitalTV nun Bluewin TV bestellt (Review/Vergleich folgt). Da nun mal in meiner Wohnung die Verteilung der Telefonsteckdosen nicht so optimal sind, war mein Gedanke stets, dass ich das Signal von BluewinTV über mein WLAN nehme. Damit genügend Bandbreite zur Verfügung steht, war für mich auch klar, dass ich es über mein 802.11n (by Apple) nehme. Damit sollten theoretische 300Mbit/s erreichbar sein. Für HDTV soll eine Bandbreite von 15-20Mbit/s reichen. …und so ging ich’s an.

Bluewin TV Setup über APE

So sah der gewünschte Zielsetup aus: Der VDSL-Router von Swisscom, welcher mit dem BluewinTV Paket ausgeliefert worden ist, wird gemäss Anleitung installiert. Danach stand mir schon mal Internet wieder zur Verfügung. Dann konfigurierte ich die am Router angeschlossene Apple TimeCapsule (TC), welche bei mir auch das 802.11n-WLAN bereit stellt. Als Client der TC wird eine Apple AirPort Express (APE) verwendet, welche ebenfalls mit dem n-Standard klar kommt (habe auch eine APE, welche nur b/g-kompatibel ist). Auch ein Test dieser Verbindung konnte verifiziert werden. Einfach ein Geärt am RJ45-Port der APE einstecken und voila: ich bin online. Also lag es nahe, dass das auch der BluewinTV Receiver schaffte.

Nun ja, eigentlich funktioniert dieser Setup wirklich, aber nicht brauchbar. Das Bild wird gut 10-15sek gezeigt, dann gerät das ganze arg ins Stocken. Mit diesem Netzwerksetup können einfach nicht genügend Daten für ein pausenfreies Fernsehvergnügen von der Dose zum Receiver übertrragen werden. Nähme mich mal wunder, auf welchem Standard der Wireless-Verbindungskit der Swisscom arbeitet. Diese 200 Franken will ich mir aber sparen.

Ich habe mich nun doch zu einer Vollverkabelung entschieden. Dazu werde ich den Standort des Routers ändern müssen, damit ich mit gut 10m Kabel auskomme und nicht gut 25m Kabel verlegen muss. Mit dem Kabel funktioniert EPG, Senderwechsel und auch das TV-Programm selbst perfekt, ohne dass mit Wartezeiten und Co. gerechnet werden muss.