18 Stunden iBrick by Itchy

iPhone Developer Program

Ich bin zahlender Kunde des iPhone Developer Programms. Das ist nötig, wenn man eigene Programme für das iPhone entwickelt (oder es zumindest vor hat…). Einer der Vorteile als Mitglied dieses Programms ist, dass man von Betaversionen für das iPhone profitieren kann.

Tja, und so verwende ich ja eigentlich auch schon seit März (oder war es da noch Februar?) die Beta des kommenden iPhone Betriebssystems. Die Beta wird alle paar Wochen erneuert – so zuletzt geschehen am 28. April, wo jeder (oder zumindest fast jeder) Entwickler mit einem Mail auf den Update aufmerksam gemacht wird.

Ich hab mir dann die aktuellste Version gleich aufs Telefon geladen. Diese Aktion aber blieb diesmal zum ersten Mal nicht ohne Konsequenzen. Die Firmware konnte nicht erfolgreich aktualisiert werden, was mein iPhone in den Recovery-Modus versetzte. Für all die, welche diesen Modus nicht kennen, die Kurzversion: Das Geärt bootet nicht mehr, nichts funktioniert. Das Display zeigt nur noch an, dass man es mit iTunes verbinden solle. Telefonate können nicht mehr geführt werden, nix… einfach gar nichts läuft mehr (-> iBrick).

Ich bzw. iTunes versuchte dann das iPhone wieder mit der letzten öffentlichen Firmware zu recovern (2.2.1). Als Betatester aber wird das Gerät in einen Modus geschalten, der ein downgarde verunmöglicht (zumindest hielt dieser Hinweis bei meinem Gerät Wort). Bei Apple findet man zu diesem Problem einen Satz voll Lösungsmöglichkeiten. Aber keine wollte so auf die Schnell funktionieren. Ich hatte dann noch ein Meeting in Luzern, weshalb ich nach dem Meeting noch bei DataQuest ein Besuch abstattete. Vielleicht hätten die mir ja helfen können. Aber die rosarote Version des USB-to-iTunes-Bildes kannten sie nicht. Auch auf einem iMac vor Ort wollte ein Restore nicht klappen – hätte mich zwar auch überrascht.

Nun, des Problems Lösung war, dass ich heute einen neuen User auf Windows erstellte, auf Windows die nötige iTunes Version 8.2 (Prerelease) installierte und dann erneut mit der Beta 4 einen Restore versuchte. Der glückte dann auch… 18h nachdem der erste Update fehl schlug. Es kamen dann noch ein paar SMS von verpassten Anrufen… eins sogar, weil einer meiner Kunden ein effektives Problem hatte…

Und was lernen wir daraus? hmm… nicht immer gleich alles installieren? immer ein Ersatzgerät bereit halten? müsste man wohl… aber so wie ich mich kenne, werde ich daraus wohl nichts lernen. Denn schlussendlich hat ja alles funktioniert. Ich hab OS 3.0 Beta 4 auf meinem iPhone am Laufen.

AirTunes mit iPhone und Wake-on-LAN rockt

Ich bin ja bekanntlich schon länger im Besitz einer AirPort Express. Auch hatte ich im Zusammenhang mit dem Update auf iTunes 8 schon ein Problem mit diesem Teil. Aber es blieb die einzige Möglichkeit meine iTunes-Musik in der ganzen Wohnung zu hören.

Mit dem iPhone kam dann eine neue Stufe an Komfort hinzu. Die App Remote (iTunes-Link) ermöglichte genau das, was noch fehlte: iTunes fernsteuern. Remote hat von Anfang an AirTunes unterstützt, was den wahren Nutzer dieser Gratis-Applikation erst auszeichnete. Damit wurde die Idee des Streamings erst wirklich nutzbar.

Heute hab ich mir eine zweite AirPort ins Netzwerk geholt. Damit hab ich nun neben dem Wohnzimmer noch einen zweiten Raum, welchen ich via AirTunes beschallen kann. Der neue AirPort unterstütz sogar 802.11n, so dass dieser (entgegen meiner ersten APE) in mein n-WLAN konfiguriert wurde. 

Leider aber blieb ein Problem bis heute auf der Strecke: Mein Mac läuft nicht immer, wenn es mir danach ist, Musik von iTunes zu hören. Also hab ich mich heute mal etwas schlau gemacht. Ich war einfach der Meinung, dass Wake-on-LAN genau das ist, was ich anzusteuern hätte. Und wirklich: Im Internet fand ich in diesem Zusammenhang schnell entsprechende Anleitungen. Scripts schreiben, dann irgendwie dort noch was schrauben und hier noch was umkonfigurieren… musste ein Windows User gewesen sein… ;-)

Da ich aber mein iPhone dazu befähigen wollte, verfeinerte ich meine Suche und voilà: iWOL (iTunes-Link) war gefunden. iWOL ist das (leider nicht kostenlose) Tool, um ein “Wake-up” Signal zu senden. Wäre sogar möglich, mein Mac übers Internet aufzuwecken (Firewall/Router Konfiguration nötig).

iWOL, Remote inkl. Lautsprechersteuerung
Heisst: Ich starte nun auf dem iPhone iWOL, der Mac kommt aus dem Ruhemodus (oder startet – Login darf aber nicht gefragt werden, und iTunes müsste im “AutoStart” sein) und dann starte ich die iPhone App Remote und kann mit dem Streamen der Musik starten. 

Bin wirklich hellauf begeistert, so sehr, dass ich schon überlege, noch eine weite AirPort anzuschaffen, womit dann all meine Primär-Zimmer beschallbar wären. So hab ich mir das immer vorgestellt. Ich hab einen zentralen Store der Musik (welcher bei mir sogar via TimeCapsule noch backup’d wird), dessen Inhalt ich in der ganzen Wohnung nutzen kann. Und – und daran scheitern alle andern (Squezebox, Hifidelio, Sonos, …) es funktioniert auch mit in iTunes erworbenen, DRM-geschützten Titeln.

UPDATE 25.09.08: Habe heute versucht, mein Mac aus dem ausgeschalteten Zustand via Wake-on-LAN hoch zu fahren. Es hat aber nicht funktioniert. Ich hab aber nicht überprüft, ob mein iPhone im WLAN war. Hab das nur schnell getestet und dann wieder weg gelegt. Halte euch aber auf dem laufenden…

7/11, Apple’s dunkler Tag?

Ich habe bei Macnotes.de einen Kommentar gelesen, welcher unter dem Strich den gestrigen Tag als schwarzer Tag für Apple zusammen fasst. Ich kann mich dem nicht so ganz anschliessen – obwohl ich gewisse Punkte im Kommentar nachvollziehbar finde – aber lange nicht jeden.

Ich muss aber auch sagen, dass ich hier nur aus schweizer Sicht schreibe – so als Gegenstück zum stark deutsch fokusierten Macnotes-Kommentar.

iPhone 3G

“...kaum eine Warteschlange war länger als 15-20 Personen...”,… hmm ich bin um 0415 Uhr vor dem luzerner Swisscom-Shop gestanden und da war schon diese Menge an Personen anzutreffen. Selbst dann beim zweiten Anlauf im nächst grösseren Einkaufszentrum war diese Menge anzutreffen, und dann war es schon 0900 Uhr. Absagen mussten bei uns auch nur den Personen gemacht werden, welche das Geschäft mit einem 16GB iPhone verlassen wollten. 8GB Geräte hatte es meines Wissens nach genügend.

Ich muss aber auch zugeben, dass 15’000 Geräte ja wohl ein Witz für ein Land wie Deutschland sind. Diese Zahl liegt ja im Bereich der gemunkelten Geräte, welche bei uns Swisscom alleine gekriegt haben soll (Total 25’000 Geräte für die ganze Schweiz – diversen Gerüchten zu folge).

Aber von der Logisik her gibt es bei uns nichts zu meckern. Jeder Shop – und war er noch so klein – konnte am Freitag morgen Geräte verkaufen. Im Vergleich zu den Problemen in Deutschland und UK darf man hier als davon ausgehen, dass der Logistik-Partner der eidgenössischen Carrier gute Arbeit geleistet hat. Klar wären mehr Geräte toll gewesen, aber dafür können die Carrier ja nichts, sondern das ist ja Apple, welche die vorhandenen Mengen an Geräten weltweit aufteilt – und ja, Apple ist nicht dafür bekannt, dass bei Verkaufsstart die Nachfrage immer gleich gedeckt wird.

Daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, dass Apple sich übernommen haben soll, das iPhone 3G weltweit an einem Tag zu veröffentlichen. Die Probleme scheinen mir eher länderspezifischer oder gar carrier-spezifischer Natur zu sein. 

Wenn Aktivierungsprobleme auftauchen, weil die Shops mit Windows 2000 versuchten iTunes 7.7 zu verwenden, oder weil die Shops die Geräte erst am Freitag Nachmittag oder gar erst am Samstag erhalten, liegt wohl ganz klar an der Feinlogistik der Carrier.

MobileMe

So schlimm fand ich es nun auch wieder nicht! Denn was hat nicht funktioniert: Die Web Applikationen. Als ich das iPhone um ca 1000 Uhr im Cafe neben dem Swisscom Shop konfigurierte, konnte ich den MobileMe-Synchronisations-Dienst einrichten und erhielt so all meine Adressen und Kalendereinträge. Auch der Mac zu Hause hat seine Daten synchronisiert. 

Was ich hier effektiv zu bemängeln habe, ist die allgemeine Performance der Web Applikationen. Aber das ist für uns Europäer ja auch nichts neues. So brilliert die Web-Gallery ja auch nicht gerade in Sachen Performance. 

Aber jetzt, wo das mit den Web-Applikationen funktioniert, muss ich eines schon eingestehen: Funktionieren tun die Dinger halt schon geil. Die stellen sogar einen Outlook-Web-Access des aktuellen Exchange-Servers in den Schatten .

Faizt

Womit könne Apple sich nun gestern effektiv übernommen haben? Zuwenig Geräte entgegen der Nachfrage? Das dürfte niemand überraschen, der auch schon mal Apple Produkte gekauft hat. Das war zu erwarten. 

Schlechte logistische Leistungen? Wird wohl auch nicht auf Apples Konto gehen. Da dies in meinen Augen ein Problem der Carrier war, bzw. in der Schweiz nicht aufgetreten sind (korrigiert mich).
MobileMe? Ja, das hätte besser starten können. So von wegen “Erster Eindruck”. Aber ganz so schlimm fand ich das nun nicht, da die Synchronisation ja funktionierte.

Aktivierungsprobleme? Auch hier hätte Apple die iTunes-Umgebung (kurzzeitig) etwas stärker auslegen müssen. Aber auch hier? Ich weiss nicht, wann diese Probleme zeitlich auftauchen hätten sollen, denn am Vormittag (bis ca 1100 Uhr) hätte ich das mitbekommen, da ich neben einem Shop sitzend die Kunden verärgert hätte raus kommen sehen sollen.

Insofern ziehe ich – nach wie vor – vor Apple den Hut, so einen Launch an einem Tag zu machen. Alle die das nicht so sehen, sollen das mal besser machen.