HTC Hero, ein iPhone-Killer?

HTC - Touch Phone, PDA Phone, Smartphone, Mobile Computer

Ich mag mein iPhone 3G (nicht 3GS… Verträge…). Es bietet mir die Funktionen, welche ich von einem modernen Handy erwarte. Aber nur weil ein angebissener Apfel auf der Rückseite klebt, muss dieses Gerät nicht automatisch auch gleich das Beste sein, was der Markt hergibt. Das iPhone hat auch seine Schwächen! (ja, ja, ich nen diese Schwächen schon noch…). Daher habe ich mich auf das Experiment eingelassen, mal wieder ein neues Telefon zu kaufen. Die Windows-Geräte überzeugen mich im Moment aber noch nicht so recht… mal die nächste Version abwarten. Sony Ericsson verwendet (leider) beim XPERIA auch Windows, und Nokia mag mich auch mit ihrem N97 noch nicht recht begeistern. Aber es gibt da noch die “Randgruppe” von Google Android-Geräten. Ein Handy-Betriebssystem von Google. Das erst vor wenigen Tagen erschienene HTC Hero gefiel mir vom Design her vom ersten Augenblick an. Also war es beschlossen: HTC Hero vs. iPhone 3G! Fight!

The Beginning

Entweder hab ich schon länger kein Handy mehr gekauft, oder aber Apple’s Verpackung hat Trittbrettfahrer erhalten: Das Hero von HTC ist eigentlich fast identisch zum iPhone verpackt. Eine schon designte Schachtel, welche aber nicht nach oben angehoben wird, sondern zur Seite raus geöffnet wird. Und schon erblickt das Hero das Licht meiner Welt. Schön in Szene gesetzt, wie man es seit dem iPhone erwartet.

Die Verarbeitung des Geräts fällt gleich zu Beginn als sehr postiv auf. HTC hat für die Front Aluminium verwendet und auf der Rückseite Silikon für sich entdeckt. Damit erhält das Hero einen sehr hochwertigen Body, der sich keinesfalls vor dem iPhone zu verstecken hat. Das Display selbst ist ein kapazitiven Touchscreen, der analog dem 3GS eine fettabweisende Oberfläche hat. Nebst den 6 Knöpfen unter dem Display hat es noch einen Trackball, den man so von den Blackberry’s her schon kennt. Anfangs mag man diese Kugel unnötig erscheinen, später aber erkennt man, dass man so doch gewisse Dinge schneller und präziser machen kann.

Nach dem ersten Start des Geräts fragt das Hero ein paar Dinge den User ab: Hast du einen Facebook-Account? Hast du einen Flickr-Account? Wie stehts mit einem Twitter-Account? Und gibts auch schon ein Google-Account? (nicht zwingend) Oder gibt es auch einen Exchange-Server (ActiveSync)? Man kann das natürlich auch selektiv überspringen und später einrichten – wenn man das überhaupt will. Danach steht das Gerät zum telefonieren & Co. bereit.

Geht man nun mal zu den Kontakten, findet man schnell die Frage vom Hero, das Kontakte von Facebook und Exchange vom Namen her übereinstimmen. Es schlägt dann vor, diese Kontakte zusammen zu führen. Geburtstage und Profilbilder werden so dann gleich ins Adressbuch übernommen. Fand ich sehr nett.

HTC - Products - HTC Hero - Overview

Was muss ich jetzt da drücken?

Als iPhone-User muss man sich etwas umgewöhnen, da der Starbildschirm nicht ein Bild voller Programmsymbolen ist, sondern eine auf 7 Bildschirmseiten verteile Oberfläche, wo man frei Anwendungen platzieren kann, welche in einem Widget-Mode laufen! Was das heisst? Nun, der Kalender, die Uhr, das Wetter, Twitter, eure Fotos, Kontakt-favoriten und was auch immer sonst noch läuft auf diesen 7 Bildschirmseiten stets. Damit kann ich das Telefon anschauen, und weiss gleich, welche Termine ich heute hab, welches Wetter aufkommt oder/und was gerade getwittert wird. Auch gibt es die Möglichkeit via Shortcuts Bluetooth, WiFi, GPS oder 3G schnell ein- oder auszuschalten. Eine Funktion welche ich bei meinem (ungehackten) iPhone vermisse.

Wenn man sich nun so die Seiten eingerichtet hat, kann man sich das speichern. So kann man verschiedene Profile anlegen. Eins für die Arbeit (Kalender, Mail, Zeit, Kontakte,…), eins für Zuhause (Wetter, Nachrichten, Twitter, Fotoalben,…) und weitere für was auch immer.

Android | Official Website

Und mehr kann es nicht?

Wem die Anwendungen nicht ausreichen, welche standardmässig drauf sind (inkl. Quickoffice für Office-Dokumente), kann den Android-Market besuchen. Das ist so der iPhone-App-Store für Google’s Android. Dort findet man viele Anwendungen, welche meist gratis angeboten werden. Mir fiel aber auf, dass die optische Präsentation der dort angebotenen Anwendungen unter denen vom iPhone sind. Das könnte nun entweder daran liegen, dass Android-User/-Entwickler nicht so ein hohes ästhetisches Empfinden haben, wie Apple-User (*fingerverbrenn*), oder aber daran, dass das SDK von Google mit weniger GUI-Elementen daher kommt, welche in jeder Anwendung verwendet werden können.

Das Angebot des Stores ist aber ähnlich abwechslungsreich, wie man es vom iPhone kennt. Es gibt Spiele, aber auch Produktivitätstools. Will man ein Programm runter laden, geschiet dies im Hintergrund. Der Store wird dazu nicht verlassen und man kann weiter rum stöbern. Download und Installation geschehen im Hintergrund.

Flickr Fotodownload_ Blume im Regen

Bitte lächeln!

Wie es sich für ein Handy dieser ZEit gehört, kommt das Hero natürlich mit einer Fotofunktion daher. Das Hero besitzt zu diesem Zweck eine 5 MP Kamera. Die Bilder können sich für ein Handy zeigen lassen. Die Videofunktion hingegen konnte mich nicht begeistern. Hier ist man irgendwie stehen geblieben. Ich hab aber keinen Vergleich zum iPhone 3GS. Mein Testvideo mit dem HTC Hero war das hier:

Natürlich hab ich auch ein paar Fotos geschossen. Die Fotos (wie auch das Video oben) wurden direkt mit dem Telefon an den jeweiligen Dienst gesendet. Videos auf YouTube, Fotos auf FaceBook, oder wie hier nach Flickr: http://www.flickr.com/photos/itchy78/sets/72157621920016316/

Wo gehts denn da nach Norden?

Goolge Maps kenne ich ja bereits vom iPhone. Natürlich ist auch Google Maps auf dem Hero verfügbar. Aber anders als auf dem 3GS wird der Kompas hier nicht verwendet. Auch das sonst für Zoom-Funktionen verfügbare Multitouch funktioniert hier nicht. Man kann also nicht mit zwei Fingern auf- und zu zoomen. Das irritierte mich doch sehr, dass ich zum Zoomen auf Plus- oder Minus-Buttons zu drücken hatte.

Dafür aber hat die Android-Version von Googlemaps eine Latitude Integration. Standorte meiner Kollegen werden also gleich in der App direkt angezeigt und ich kann meinen Standort ebenfalls darüber aktualisieren.

Und wie der Titel vermuten lässt, hat das Hero auch einen Kompass integriert, aber wie konnte ich den Nutzen, wenn Google-Maps dafür keine Unterstützung bietet? Also hab ich mir kurzerhand eine Kompass-Anwendung aus dem Android-Market herunter geladen. Und siehe da, es zeigt gen Norden.

Welcome to my world

Nun habe ich mich als iPhone-Developer seit der ersten Beta schnell an den Tethering-Modus des iPhones gewöhnt. So ist es mir möglich bei all meinen Sitzungen und Aufenthalten ausserhalb eines WLan’s via iPhone-Modem ins Internet zu gehen. Dieser Modus steht mir beim iPhone via USB und Bluetooth zur Verfügung.

Nicht so aber beim Android. Dort gibt es keinen Tethering-Modus. Wenn man sich im Internet dann etwas schlau macht, findet man Lösungen, in denen man vom Notebook aus eine WLAN-Verbindung zum Hero aufbauen solle, und im Notebook dann als Proxy die IP des Heros eingeben…. ach, aufhören, ich bin Mac-User und will mich nicht um solche Details kümmern müssen.

Interessant fand ich diese Tatsache aber umso mehr, als dass doch gerade beim iPhone stets alle meckerten, dass Tethering fehlt. Dass das Android hier selbst heute noch nichts bietet, wird verschwiegen.

Bluetooth aber funktionierte sonst einwandfrei. Mein Audi konnte sich mit dem Hero koppeln und bot mir meinen gewohnten Funktionsumfang. Einzig einmal ist mir aufgefallen, dass das Hero sich plötzlich während der Fahrt trennte und dort auch nicht mehr zu einer Verbindung mit dem MMI bereit war.

And the oscar goes to…

Das Hero von HTC mag in vielen Fällen gefallen. Die HTC Sense-Oberfläche mit den aktiven Anwendungs-Widgets hat mir sehr gut gefallen. Die Bildschirmtastatur mit (abschaltbarem) Vibrationsfeedback fand ich ebenfalls interessant. Dass das Wörterbuch auch neue Wörter lernen konnte mag im Vergleich zum iPhone gar revolutionär erscheinen (nicht aber wohl zu anderen Telefonen). Dass ich dann bei Bedarf einen grösseren Speicher einbauen kann (MicroSD, 2GB mitgeliefert), lässt mir die Flexibilität, wieviel Musik oä. ich bei mir haben will. Verbindet man das Gerät via USB mit Windows/Mac erscheint (nach entsprechender Freigabe vom Hero her) ein neues USB-Drive, welche man mit Explorer/Finder bestücken kann. Es ist also keine spezielle Software nötig, um Musik, Fotos, oder ähnliches auf das Hero zu bringen. Einzig, wenn ich via Kabel einen Kontakte/Kalender-Sync machen will, brauchts etwas Software.

ABER: Kein Tethering (und auch kein VPN, aber das wär nicht so schlimm)! Ich soll künftig also entweder mit Kommandozeilen-Hacks mein Macbook mit dem Hero verbinden, oder aber drauf verzichten? Wohl eher nicht. Das ist für mich der ausschlaggebende Punkt gewesen, das Hero wieder zurück in die Verpackung zu schieben und meinem iPhone wieder die SIM-Karte rein zu drücken.

Sony’s PlayStation home

playstation-home

Da ich in letzter Zeit all meine Game-Feeds nicht mehr lese, sondern einfach als gelesen markiere, hab ich auch nicht mit bekommen, dass Sony den Zugang zu PlayStation home für alle PlayStation3 Besitzer geöffnet hat. Zwar wird die Version immer noch als Beta bezeichnet, aber man kann eigentlich schon alles nutzen. Nun hab ich mir das Stück Software mal installiert und mir einen ersten Eindruck verschafft.

Nun um was geht es: PlayStation home erlaubt dem “Spieler” sich in der virtuellen Welt die Zeit zu vertreiben, indem er in die Spielhalle Bowlen, Biliard oder mit Automaten spielen geht. Es gibt auch ein Kino, wo man diverse Film- und Gametrailer ansehen kann. Und es gibt ein Einkaufszentrum, wo man für sein eigenes virtuelles Appartement Einrichtungsgegenstände oder Kleidungsstücke einkaufen kann. Diese Möglichkeiten erforscht man in einer schönen 3D-Welt. Auf der Plaza gibt es auch grosse Monitore wo weitere Trailer laufen.

In dieser Welt sind auch andere PS3-Zocker unterwegs. Mit diesen kann man sich via Text oder Sprache unterhalten. Auch kann man von dort auch dann auch gleich in ein Spiel starten. Also man trifft beispielsweise in home jemanden und kann mit dem Gamer zusammen in Resistance 2 wechseln. Wenn man nicht gleich in ein Retail-Game wechseln will, kann man mit anderen auch in home im Spielsalon eine Runde Billard spielen gehen.

playstationhomeappartementplaystationhomespielsalonplaystationhomemallplaystationhometheatre

Ich konnte mich aber noch nicht so recht mit home anfreunden: Die Ladezeiten sind zu lang und den dafür erhaltene Nutzen zu gering. Jedesmal wenn ich den Raum wechsle (vom Appartement zur Plaza, von der Plaza ins Kino,…) muss wieder aufs neue geladen werden. Ganz mühsam wird es dann, wenn ich ins Kino gehe: Ich gehe in einen Kinosaal – der Raum muss geladen werden – sitze dann im Kino (ohne Bewegungsmöglichkeiten) und muss nun nochmals warten, bis der Trailer gebuffert ist. Ich verlasse einen Kinoraum und gehe zum nächsten und ich muss nochmals warten, bis der Raum geladen ist. Ich will mal hoffen, dass dies nur Beta-Allüren sind und in der Finalen Version so nicht mehr vor kommen.

Ich geh dann mal ins Einkaufszentrum. Ach sieh an, ein Levi’s Store. Da geh ich doch mal rein. Nette Klamotten für meinen Avatar. Ich will mir ein T-Shirt kaufen… oh, Kaufen basiert hier effektiv auf echtem Geld. Ein T-Shirt für meinen virtuellen Avatar soll im Levi’s-Store also CHF 3.95 kosten? Ich soll also 4 Stutz ausgeben, damit mein Avatar ein Levi-Shirt trägt? Aber sicher doch… gehe ich halt in einen Sony-Store… aber auch dort will man für ein Shirt auch 1.30. 

Mein Fazit: In meinen Augen hat Sony übers Ziel hinaus geschossen. Ich kann in dieser 3D-Welt einfach meine Zeit tot schlagen und echtes Geld im Einkaufszentrum ausgeben gehen. Aber warum soll ich mich nun in home rum treiben? Ich habe eine Spielkonsole und will damit Spiele spielen. Ich finde es sehr wohl lustiger, ein Multiplayer Spiel zu spielen, als mich mit Bots zum zu schlagen. Aber warum muss ich nun home verwenden? Damit ich gleich gesinnte finde? Damit ich mich dort mit Freunden treffen kann? Warum kann das nicht direkter gehen?

Konkret: Ich finde das Konzept hinter Microsofts Live-Party viel effektiver? Ich sehe, welche Freunde (klar, die muss ich zuerst schon mal getroffen und hinzugefügt haben) online sind und kann gleich ein Party starten. Wir können in der Gruppe miteinander sprechen und so von Spiel zu Spiel ziehen. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt geworden. Mir war ja schon Second Life nicht ganz nachvollziehbar. Und home scheint ja das Second Life von Sony zu werden.

Eingefrorener Regenbogen

Tia, ist ja mal wieder typisch. Spielt man wieder mal via Xbox Live Rainbow Vegas mit ein paar Kollegen, findet sogar einen Server, welcher nur aus Schweizern besteht (Berner…) und nach anfänglichen Lags, funktioniert es dann auch ganz ordentlich.

Die Teams sind mehr oder weniger gut balanced. Also alles im grünen Bereich.

Ok, der Voice-Chat funktioniert nicht. Der Host begründet das durch die Wartungsarbeiten, welche heute statt finden. Kann sein, aber auf den anderen Servern zuvor hat das ja auch funktioniert. Aber ist mir egal. Wird ja ehr nur Stuss über den Kanal geredet. Insofern eigentlich gar nicht sooo schlecht ;-)

Ich hab mich einfach mit meinem Chatboard über den Messenger unterhalten. Der Chat erscheint als keines Fenster im Spiel. Ich musste also nicht immer die Xbox-Guide-Taste drücken, um zu antworten. Sondern konnte einfach die Messenger-Taste auf dem Chatpad drücken. Es erscheint dann ein kleines Fenster, wo ich ganz normal Chatten kann, wie man das von Computer her kennt.

Aber zurück zum Spiel: Als wir dann eine neue Map starten, renn ich zusammen mit einem anderen Typen los, die Treppe hoch und will gerade die Tür öffnen, als der Gegner in dem Moment von seiner Seite dies macht und in die Treppe stürmt. Ich natürlich gleich drauf gehalten, und … fertig. Die oben abgebildete Szene mussten die flüssigen Kristalle von meinem Fernseher so dann halten, weil die Xbox360 kein neues Bild mehr lieferte.

Tia, vielleicht sollte es einfach nicht sein. Vielleicht ein anderes mal wieder.

Es grüsst
frozen Itchy Sanchez